von A. Tschechow / Regie: Anne Sophie Domenz
Wäre Clémentine Clayonnage ein Mensch, wäre Sophie Domenz so was wie ihre beste Freundin. Egal ob Salonabend, Umzugsstress oder Festival - Sophie ist immer irgendwie dabei. Selbst die illustre Performance-Gruppe “Sans Espoir”, die zu 80% aus Clayonnage-Mitgliedern bestand, beehrte sie durch ihre Teilnahme. Außerdem studiert sie Regie an der HfMT und bereichert Clayonnage Compacte mit ihrer Inszenierung von Tschechows Einakter „Der Heiratsantrag”, die bisher leider noch nicht für die Öffentlichkeit zu sehen war.
Der hypochondrische Gutsbesitzer Lomow hält bei seinem Nachbarn Tschubukow um die Hand seiner Tochter Natalia an. Der freut sich sehr und schickt seine ahnungslose Tochter allein in den Raum, die mit dem nervösen Lomow Small Talk beginnt. Doch das Gespräch gerät außer Kontrolle, als die beiden sich über die Besitzansprüche einer kleinen Ochsenwiese fürchterlich in die Haare kriegen. Der Vater kommt dazu und wirft seinen Nachbarn hochkant aus dem Haus. Als Natalia danach den eigentlichen Sinn von Lomows Besuch erfährt, geht das Theater erst richtig los…
Ob die impulsiven Russen im Honeymoon oder in einer Blutfehde enden, ist eigentlich egal. Wichtig ist, dass Sophie den manchmal ganz schön drögen Tschechow quicklebendig inszeniert hat. Extra für Clayonnage Compacte stellt sie das Raumkonzept sogar noch auf den Kopf und zieht die vierte Wand konsequent durch. Gespielt wird größtenteils in der Bar und das Stück wird live in den Ausstellungsraum gebeamt!
Regie: Anne Sophie Domenz
Stepan Stepanowitsch Tschubukow: Cino Djavid
Natalia Stepanowna: Katrin Bethke
Iwan Wassiljewitsch Lomow: Moritz Grabbe